KLEINE GEMEINDECHRONIK

Ende 17. Jahrhundert


Evangelische Christen aus Frankreich (Hugenotten) werden um ihres Glaubens willen verfolgt und fliehen in viele Länder. Einige von ihnen kommen auch nach Leipzig.

 

17. September 1700


Die Häupter der in Leipzig neu entstehenden reformierten Gemeinde schreiben in Leipzig neu entstehenden reformierten Gemeinde schreiben an den Großkanzler Graf Beichlingen am Sächsischen Hof August des Starken und bitten um die Genehmigung, Gottesdienst halten zu dürfen.

Sie wählen Pierre Butini aus Genf zu ihrem Pfarrer.

 

1702


Am 4. Juni findet in Auerbachs Hof der erste evangelisch-reformierte Gottesdienst in französischer Sprache statt.

 

1707


Die Gemeinde findet im Alten Amtshaus in der Nähe der Thomaskirche eine mietfreie Unterkunft und baut sich einen Saal für die Gottesdienste aus.

 

1758


Georg Joachim Zollikofer

Georg Joachim Zollikofer

Am 15. Mai wählt die Gemeinde Jean Dumas als französischen und Georg Joachim Zollikofer als deutschen Prediger. Daraufhin wird abwechseln in beiden Sprachen gepredigt.

 

1766


Im erweiterten Gottesdienstraum des Alten Amtshauses wird die neu gebaute Orgel der Firma Schweinefleisch ihrer Bestimmung übergeben.

 

1818


Ein Staatsgesetz gibt den Reformierten im Land Sachsen die uneingeschränkten bürgerlichen und politischen Rechte und die Gleichberechtigung mit den lutherischen Gemeinden.

 

1823


Die Gottesdienste werden nur noch auf deutsch gehalten.

 

1838 – 1845


Felix Mendelssohn Bartholdy lässt seine fünf Kinder vom Pfarrer der reformierten Gemeinde in seinem Haus taufen.

 

1896 – 1899


geschichte_kirche

Die Gemeinde baut nach den Plänen des Architekten Georg Weidenbach und Richard Tschammers an zentraler Stelle in Leipzig eine Kirche und ein Gemeindehaus.

bis 1935


Bekannte Gemeindeglieder sind neben der Familie Mendelssohn Bartholdy auch die Verleger Reclam und Baedeker ebenso wie der Wissenschaftler Wilhelm Wundt. Die weltoffene Form der Gemeinde wirkt auf viele Leipziger anziehend. Mehrere tausend Eintritte werden registriert.

 

4. Dezember 1943


Beim ersten schweren Bombenangriff auf Leipzig wird auch die Kirche getroffen und brennt aus. Das Gemeindehaus bleibt verschont und bildet den Raum für die Gemeindearbeit der folgenden Jahre.

Während dieses britischen Luftangriffs wird auch das Mietshaus zerstört, in dem sich die gesamte Familie des amtierenden Pfarrers Specht aufhält. Alle Bewohner sterben.

 

1946 – 1949


Die Gemeinde wagt sich an den Wiederaufbau der Kirche. Da in der DDR das Baumaterial knapp ist, kommt große Hilfe von den Partnergemeinden in der BRD und der Niederlande.

Zu Pfingsten, am 5. Juni 1949, kann der erste Gottesdienst in der im Wiederaufbau befindlichen Kirche abgehalten werden. Der Innenausbau wird fortgesetzt.

 

1950 – 1961


Die Evangelisch Reformierte Gemeinde verliert durch den Wegzug (Flucht) vieler Menschen aus der DDR in die Bundesrepublik zahlreiche Mitglieder.

 

1969


Der Wiederaufbau der Kirche wird mit der neuen Orgel (Firma Jehmlich aus Dresden) am 16. März 1969 abgeschlossen.

 

2. Oktober 1989


Die Evangelische Reformierte Kirche zu Leipzig öffnet sich nach der Nikolaikirche als zweite für die »Friedengebete«. Heimliche Filmaufnahmen (9. Oktober) vom Turm der Kirche machen die Leipziger Demonstrationen weltbekannt.

 

1993


ERK_LOGO

Die Gemeinde tritt als 140. Mitgliedsgemeinde der Evangelisch-reformierten Kirche bei.

 

14. März 1999


Festgottesdienst zum 100. Jahrestag des Kirchenbaues

 

16./17. September 2000


Gemeinsame Festveranstaltung der Stadt Leipzig und der Kirchengemeinde zum 300-jährigen Bestehen der Gemeinde

 

24. Mai 2015


Die sanierte Jehmlich-Orgel erklingt im Festgottesdienst.

 

Die Gemeinde heute


Der Mittelpunkt der Gemeinde ist der Gottesdienst jeden Sonntag und Feiertag um 10 Uhr.

Das lebendige Gemeindeleben spiegelt sich in einer Vielzahl von Angeboten:

Der diakonische Besuchsdienst hält Kontakt zu den zum Teil weit verstreut wohnenden Gemeindegliedern.

Die Kirchenmusik wird auf vielfältige Weise in der Kantorei gepflegt. Regelmäßig finden Konzerte und im September das Musikfestival »Klassik für Kinder« statt.

Zur Förderung des Gemeindelebens gründet die Gemeinde 2009 die Zollikofer-Stiftung.

Vierteljährliche erscheint »Glaube und Freiheit« als eigene Zeitschrift.